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Die Rasselbande aus Neulautern |
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das sind wir |
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die letzten Monate
Das letzte halbe Jahr, vor seiner grossen Reise, wurden wir häufig von Freunden und Bekannten gefragt, warum wir ihn nicht endlich erlösen würden. Es sei doch kein Leben mehr! Wir kannten ihn und wussten, er möchte noch nicht! Montie, war immer ein richtiges Mamakind, im letzten halben Jahr vor seiner grossen Reise, mutierte er immer mehr zum Papakind.
Er hatte Probleme mit der Prostata, häufig eine Blasenentzündung, die Gelenke wollten nicht mehr so richtig und seine Athrose machte ihm schwer zu schaffen. Montie zog sich von unserem eigentl Familienleben immer mehr zurück. Die nächtlichen Streicheleinheiten nahm er jedoch dankbar an. Gunnar hat in dieser Zeit häufig von Zuhause aus gearbeitet, da wir Montie, ohne schlechtes Gewissen, nicht mehr länger als 2 Stunden alleine lassen konnten und selbst da, war es nicht gesagt, daß ihm nicht plötzlich ein Malheur passierte.
Nachts musste Gunnar alle 2-3 Std. mit ihm raus. Das Leben mit ihm in dieser Zeit glich einer Achterbahnfahrt. Es gab Tage, da freute er sich, wenn wir uns zu ihm legten und an anderen Tagen, sah er uns an, als würde er uns nicht kennen. Er bestand auf die Einhaltung unserer täglichen Rituale. Einmal haben wir ihn 2 Std. später als sonst gefüttert und er war so irritiert darüber, daß er erst nicht verstand, was dass vor seiner Nase denn jetzt sei!
Ein anderes Mal schlief Gunnar vor Erschöpfung auf d Couch ein, während er wartete, daß Montie getrunken hatte und er wieder mit ihm nach oben in's Schlafzimmer gehen konnte. Als Gunnar aufwachte, waren 1,5 Std vergangen., Montie stand jedoch immer noch schlabbernd vor dem mittlerweile leeren Wassernapf und versuchte zu trinken. Er hatte einfach vergessen, daß er bereits den ganzen 2,5 Liter Wassernapf ausgetrunken hatte...
In dieser Zeit waren wir fast wöchentlich bei unserer TAin. Er bekam verschiedene Medikamente gegen seine Altersdemenz, die jedoch alle nicht wirklich zu einem positiven Erfolg führten. Zu diesem Zeitpunkt haben wir oft darüber gesprochen, ob es für ihn nicht besser wäre endlich seine letzte, grosse Reise anzutreten. Ob uns unser eigener Egoismus nur einfach davon abhalten würde, ihm endlich seine Ruhe zu gönnen. Wir haben ihn in diesen verzweifelten Situationen gefragt, was er möchte und er hat sich jedes Mal an uns gedrückt. Da wussten wir, heute noch nicht! Wir waren jedoch realistisch genug, zu wissen, daß der langsame Countdown des Sterbens bereits in vollem Gange war. Wir waren uns einig, Montie sollte eingeäschert werden, daher nahm ich Kontakt zu einem Beerdigungsinstitut auf.
Am Montag,den 19.06.2006 waren wir erneut bei d TAin, die Stufen, die wir zu ihrer Praxis im 1.OG laufen mussten, konnte Montie nicht mehr alleine gehen und wir mussten ihn stützen.Wir sprachen konkret darüber, daß wir ihn auf seine letzte,grosse Reise schicken möchten, es fiel uns so unglaublich schwer und allein d Gedanke, ohne ihn weiterzuleben, ließ eine traurige Leere i uns zurück. Aber er hatte es sich verdient! Er sollte ein neues glückliches und vorallem schmerzfreies Leben auf d RBB führen dürfen. Frau Dr. Schmidt gab uns ihre Privatnummer und versprach uns, ihn bei uns zu Hause einzuschläfern.
Wir standen am Morgen des 20.06. auf und es war anders als sonst. Er stand nicht mehr auf, wedelte nicht mehr mit dem Schwanz und seine Augen waren glanzlos und leer. Wir wussten: heute ist der Tag der Tage! Wir haben abgewartet, hatten dieses kleine Fünkchen Hoffnung, an das man sich klammert, daß er uns sagt, "Heute, doch noch nicht!" aber es kam nicht. Wir haben Frau Dr. Schmidt angerufen und sind mit ihm alleine auf's Feld gefahren, ohne die restl Bande, diese letzten Stunden, sollten nur ihm alleine gehören! Wir hatten bis zuletzt gehofft, daß er sich doch noch anders entscheiden würde aber als Frau Dr.Schmidt kam lag er auf dem Bett und sah sie nur an "Sie haben Recht, er möchte gehen!"
Um 19:35h hauchte er sein letztes Lebewohl und trat seine grosse, weite Reise an!
Wir saßen 2 Std kuschelnd, heulend & streichelnd neben seinem Körbchen und konnten eigentlich nicht wirklich begreifen, was wir getan hatten. Einerseits waren wir froh, ihm diesen Schritt ermöglichen zu können und glücklich, daß er jetzt ein schmerzfreies Leben weiterführen konnte. Andererseits erfüllte eine unglaubliche Leere den Raum, die für uns alle unbegreiflich war und wir warteten förmlich darauf, daß er wieder die Augen öffnete und sagen würde: "Es hat nicht geklappt, ich bin wieder da!" Aber es kam leider nicht...
Wir vermissen Dich so sehr, wir vermissen Deine dickschädelige Art, jemand, der uns nachts weckt, weil er nicht mehr zugedeckt ist, Dein Grunzen, wenn Du unzufrieden warst und dieses unglaublich zufriedene Seufzen, daß wir wussten Dir geht es gut.Leb wohl mein grosser, grauer Schatz, Du wirst immer einen ganz besonderen Stellenwert i unserem Herzen haben. Es war ein Freudentag, als wir Deine Urne i Empfang nehmen konnten. Wir wussten, JETZT bist Du wieder zuhause, wo Du hingehörst!
Wir wünschen Dir, daß Du da wo Du jetzt bist, jemanden hast, der den ganzen Tag mit Dir Frisbee spielt bis wir uns eines Tages wiedersehen...

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zuletzt aktualisiert:
11.06.2009
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